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Technische Hinweise zur Lieferung von Straßenerzeignissen aus Beton

1 Bestellung    
Die Bestellung muß die vorgesehene Lieferadresse, den Empfänger, die Warenart und die Lieferzeit enthalten. Die Befahrbarkeit der Baustelle durch Lastzüge mit Anhänger und die Möglichkeit zur Entgegennahme der Ware - ggf. mittels Entladegeräten - werden vom Auftraggeber vorausgesetzt. Eine Auslieferung eines Kranfahrzeug bedarf entsprechender Vereinbarung.    
   
2 Entladung   
Vor der Entladung der Fahrzeuge prüft ein Beauftragter des Auftraggebers die Ordnungsmäßigkeit der Lieferung (Menge und Warenart). Selbstabholer prüfen bei Beladung im Werk die Übereinstimmung der Ladung mit der Bestellung bzw. Abholanweisung und dem Lieferschein. Die unter Abschnitt 3 genannten Gesichtspunkte sind bei der Abnahme der Lieferung zu beachten.
Erfolgt die Auslieferung kippfähiger Ware durch Kippfahrzeuge, so ist Kippbruch bis 3% der Liefermenge technisch unvermeidbar (bei Entladung durch Abladekränen; Beschädigungen bis zu 1,5%).   
   
3 Beurteilung von Straßenbauerzeugnissen aus Beton vor dem Verlegen
3.1 Oberflächenstruktur   
Auf der Oberfläche von Straßenbauerzeugnissen können Poren (z.B. fertigungsbedingte Rüttelporen) vorhanden sein; sie lassen keine Rückschlüsse auf mangelnde Wasserdichtheit oder Festigkeit der Erzeugnisse zu und beeinträchtigen den Gebrauchswert nicht, wenn die Erzeugnisse den Normen entsprechen.   
   
Die rauhe Oberfläche erhöht die Griffigkeit, hemmt die Rutschgefahr und kann auch aus betontechnischer Sicht sinnvoller als eine sehr glatte Oberfläche sein.   
Ausgewaschene Flächen (Waschbeton) sollen natürlich wirken; daher bedeuten fertigungsbedingte unterschiedliche Auswaschstrukturen keinen Mangel und sind für den Gebrauchswert ohne Belang, wenn die Erzeugnisse sonst den Normen entsprechen.   
   
3.2 Ausblühungen*²    
In besonderen Fällen können Ausblühungen vorkommen , sie sind technisch nicht vermeidbar.   
In erster Linie entstehen sie durch besondere Witterungseinflüssen, denen der Beton - namentlich im jungen Alter - ausgesetzt ist, und haben entsprechend unterschiedliches Ausmaß. Die Güteeigenschaften von Straßenbauerzeugnissen bleiben hiervon unberührt.   
Der Gebrauchswert Der Erzeugnisse wird insofern nicht beeinflußt, als zum einen die normale Bewitterung (weiches Regenwasser löst Calciumcarbonat auf) und zum anderen die normale Verschmutzung und mechanische Beanspruchung unter Verkehr die Ausblühungen verschwinden läßt.   
   
3.3 Haarrisse
Oberflächliche Haarrisse können in besonderen Fällen auftreten; mit bloßem Auge sind sie am trockenen Erzeugnis nicht erkennbar und nur zu sehen, wenn eine zunächst nasse Oberfläche fest abgetrocknet ist. Solche Haarrisse beeinträchtigen den Gebrauchswert nicht, sofern ansonsten die normgemäßen Eigenschaften der Erzeugnisse erfüllt sind.   
   
3.4 Fertigungsbedingter Absatz bei Bordsteinen
Bedingt durch das Fertigungsverfahren kann bei Bordsteinen unterhalb des Anlaufs ein Absatz entstehen, der beim fertig verlegten Bordstein so tief sitzt, daß er optisch nicht mehr in Erscheinung tritt. Der Absatz ist technisch nicht vermeidbar und für den Gebrauchswert von Bordsteinen ohne Belang. 
 
3.5 Fasenausbildung bei Pflastersteinen
Je nach Pflastersteinart werden Steine ohne Fase, rundumgefaste und teilweise gefaste Pflastersteine unterschieden. Es gibt Verbundpflastersteine, die grundsätzlich nur scharfkantig gefertigt werden, aber auch solche, die in ein und dem selben Format sowohl scharfkantig als auch rundum abgefast oder scharfkantig als auch teilweise abgefast gefertigt werden.    
   
4 Berechnungsgrundlagen für Liefermengen
Der Bedarf an Steinen oder Platten pro m² verlegter Fläche schließt in der Regel die Fugen zwischen den Erzeugnissen ein. Handelsübliche Berechnungsformeln sind z.B.: Verbundsteinpflaster je nach System und Herstellerangaben.   
Aufgestellt vom Arbeitsausschuß " Straßenbauerzeugnisse" April 1977*³   
   
 Platten 30/30 = 11 Stück/m² , 3,3 Stück/m 
 Pflastersteine 16/16 = 36 Stück/m² 
 Pflastersteine 16/24 = 24 Stück/m² 
   
5 Gesichtspunkte zum aussehen von Straßenbauerzeugnissen aus Beton nach dem Verlegen
5.1 Kantenplatzungen 
Pflastersteine, Gehweg-, Rinnenplatten und Bordsteine, die zu engfugig verlegt sind oder dessen Unterbau nicht ausreichend tragfähig ist, werden infolgedessen - eventuell bereits beim Abrütteln- Kantenbeanspruchungen ausgesetzt, denen auch höchstwertige Betone nicht widerstehen können.   
Die Folge sind Kantenplatzungen; sie stellen keinen Mangel des Erzeugnisses, sondern einen Mangel des Unterbaus bzw. der Verlegeweise dar. Je nach Erzeugnis richtet sich die Fugenbreite nach dem Steinsystem und den Herstellerangaben.  

 
5.2 Farbabweichungen
Nach verschiedenen Herstellungsverfahren gefertigte bzw. nach gleichen Herstellungsverfahren, aber zu verschiedenen Zeitpunkten gefertigte, sonst gleichartige Erzeugnisse (z.B. Bordsteine und Bordradiensteine oder bei Pflaster: Normalsteine, Abschlußsteine und Kurvenkeile) können Farbunterschiede zeigen, die wegen der Unterschiedlichkeit der Herstellungsverfahren bzw. der Fertigungszeitpunkte sowie durch geringfügige Stoffschwankungen in den Ausgangsstoffen technisch nicht vermeidbar sind. Die Unterschiede sind für den Gebrauchswert ohne Belang, da die Helligkeitsdifferenzen in der Regel unter Benutzung der Erzeugnisse und bei normaler Bewitterung ausgeglichen werden.   
   
Das gleiche gilt für Farbdifferenzen, die an Verbundsteinsystemen auftreten, bei denen die Steine beim Verlegen gedreht werden müssen. Durch das Herstellungsverfahren haben die Steine an der Ober- und Unterseite unterschiedliche Helligkeiten, die jedoch nur am frisch verlegten Pflaster auffallen und sich aus den o.g. Gründen ebenfalls später ausgleichen.
 
*³ Bundesverband Deutsche Beton- und Fertigteilindustrie e.V. , Bonn.
 
*² Ausblühungen bestehen aus Kalk, der beim Abbinden des Zements als Calciumhydroxid entsteht und an der Oberfläche des Betons mit der Kohlensäure der Luft ein schwerlösliches Calciumcarbonat bildet.

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