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10 Gebote für die Anwendung versickerungsfähiger Pflastersysteme aus Beton

Die Versickerung des auf Verkehrsflächen anfallenden Niederschlagswassers kann durch die Ausführung versickerungsfähiger Bauweisen deutlich erhöht, die negativen Auswirkungen können deutlich gemindert werden. Der Einsatz geeigneter Betonpflastersysteme hat aus Wasserwirtschaftlichen, ökologischen ökologischen und ökonomischen Gründen besondere Vorteile.
Die >>10 Gebote<<, sind der Auftakt einer Reihe von technischen Arbeitsunterlagen, deren langfristiges Ziel die ordnungsgemäße und dauerhaft funktionsfähige Ausführung versickerungsfähiger Bauweisen aus Betonpflastersystemen ist. Der Inhalt orientiert sich am derzeitigen Wissenstand der Experten und am aktuellen Fortgang in Arbeit befindlicher technischer Regelwerke für diese umweltfördernde Bauweise.

  1. Die Versickerung von Regenwasser ist praktizierter Umweltschutz!
    Durch die Versiegelung findet der Eintritt von Regenwasser in den Wasserkreislauf nicht mehr statt. Damit kommt es zu einem überproportionalen Anstieg der Oberflächenabflüße mit der Folge von Kanalüberlastung, Gewässerverschmutzung und Überschwemmungen. Die zunehmende Baufälligkeit und hydraulische Überlastung der Mischwasserkanalisation erfordern es, sich vom konventionellen Prinzip der schnellstmöglichen Ableitung allen Regenwassers zu trennen und dort, wo es möglich ist, den natürlichen Prozeß der Versickerung von unverschmutztem Regenwasser zu fördern.
     
  2. Die Entsiegelung von Verkehrsflächen ist ein wesentlicher Beitrag!
    Verkehrsflächen als größte Abflußfläche müssen genutzt werden, um das Kanalnetz zu entlasten und das Niederschlagwasser wieder dem natürlichen Kreislauf zuzuführen. Der Anteil der Verkehrsflächen an der gesamten versiegelten Fläche vergrößert das Volumen des Oberflächenabflusses überproportional. Die Wahl der Versickerung als Alternative zum Bau eines Regenwasserkanals und eventueller Regenrückhaltebecken kann erhebliche Einsparungen in den komunalen Haushalten erbringen.
     
  3. Anwendung versickerungsfähiger Betonpflastersysteme bietet Chancen, hat aber auch Grenzen! Versickerungsfähige Pflastersysteme aus Beton bieten durch die Verringerung des Oberflächenabflusses einen wesentlichen Baustein für eine naturnahe und ökologische Regenwasserbewirtschaftung. Wie jedes Produkt mit speziellem Nutzen bedient aber auch diese Bauweise nur ein spezielles Einsatzgebiet und kann somit nicht bedenkenlos überall eingesetzt werden.
     
  4. Über den langfristigen Erfolg entscheidet der technisch richtige Einsatz!
    Voraussetzung für die Anwendung von versickerungsfähigen Pflastersystemen ist die fachgerechte Auseinandersetzung mit Einsatzgebiet, Bautechnik und Baustoff. Planer, Ausführende wie Baustofflieferanten müssen die grundlegenden technisch-konstruktiven Anforderungen an belastbare Verkehrsflächen beachten, um neben der dauerhaften funktionstüchtigen Pflasterfläche auch den Erfolg der Entsiegelung zu haben.
     
  5. Erst die Verkehrssicherheit und die Tragfähigkeit, aber dann die Wasserdurchlässigkeit!
    Befestigte Flächen sind durch den Verkehr genutzte Flächen. Damit sie dauerhaft ihre Funktion erfüllen können, müssen sie in erster Linie die Lasten aufnehmen und ausreichende Sicherheit bieten. Beim Einsatz versickerungsfähiger Pflasterflächen müssen darüber hinaus Bedingungen für die schadlose Aufnahme von Wasser geschaffen werden. Eine ausreichende Tragfähigkeit kann erzielt und während eines hinreichend langen Betriebszeitraumes erhalten werden, wenn die Verkehrsbelastung auf Rad- und Gehwege, Parkflächen und Wohnstraßen begrenzt wird, wenn die Schichtdicken je nach Untergrund mit Sicherheiten beaufschlagt werden und wenn die Mineralstoffe des Oberbaus so ausgewählt werden, daß sie gleichzeitig verdichtbar und wasserdurchlässig sind.
     
  6. Schutz von Boden und Grundwasser ist zu gewährleisten
    Eine Gefährdung von Boden, Vegetation und Grundwasser muß ausgeschlossen sein. Bei der Versickerung von Verkehrsflächen findet die reinigende Passage über eine belebte Oberbodenschicht nicht statt, so daß hier
    strengere Maßstäbe anzusetzen sind. Deshalb können versickerungsfähige Pflastersysteme nur außerhalb von Wasserschutzzonen, bei einem Grundwasserabstand von min. 2 m und dort, wo kein Streusalz verwendet wird, ein
    gesetzt werden. Darüber hinaus ist bei einem Ölunfall die Versickerung immer die bessere Alternative, da hier die Verunreinigung lokalisierbar und damit zu beseitigen ist. Im Kanal würde das Öl in einen Fluß fließen und damit zu einer nicht mehr zu behebenden Gewässerverschmutzung führen.
     
  7. Die Durchlässigkeit des Bodens ist zu beachten!
    Für eine Versickerungsmaßnahme muß die Durchlässigkeit des Bodens ausreichen, um die anfallenden Niederschläge und Oberflächenabflüsse aufnehmen zu können. Sandige und kiesige Baugründe sind hierbei unproblematisch, aber auch bei bindigen Böden können versickerungsfähige Pflastersysteme eingesetzt werden. Hier sind allerdings Zusatzmaßnahmen wie Bodenverbesserung, Dränage oder Mehrdicken im Oberbau erforderlich, um eine dauerhafte Aufnahme des Wassers bei gleichzeitiger Standfestigkeit gewährleisten zu können. Eine Prüfung des Baugrundes ist anzuraten.
     
  8. Für eine Notentlastung ist zu sorgen!
    Um verantwortungsvoll zu planen und sichere Annahmen treffen zu können, muß für eine ordnungsgemäße und vollständige Entwässerung von Verkehrsflächen eine Notentlastung vorgesehen werden. Diese wird für die verbleibenden Oberflächenabflüße ausgelegt. Es kann hierbei von einem dauerhaften Abflußbeiwert von 0,5 ausgegangen werden. Die Entlastung in eine begrünte Versickerungsanlage, die im Zuge der Eingriffsregelung ohnehin zu schaffen wäre und überdies gestalterische Vorteile bringt, ist hier die ökologisch und ökonomisch sinnvolle Alternative zum Kanalanschluß.
     
  9. Dauerhafte Versickerungsfähigkeit ist einzuschätzen!
    Durch den Eintrag von Feinanteilen aus Luft und Verkehr läßt die Versickerfähigkeit des Pflastersystems mit der Zeit nach. Darum ist realistisch einzuschätzen, wieviel Wasser dauerhaft durch die Pflasterfläche aufgenommen werden kann. Die geltenden Regelwerke fordern hier eine Aufnahme von min. 270 l (s*ha), um auf einen Kanalanschluß verzichten zu können. Da aber für die gesamte Betriebsdauer einer Pflasterfläche noch keine Aussagen über die Versickerungsfähigkeit gemacht werden kann, ist eine Notentlastung zur vollständigen Entwässerung erforderlich.
     
  10. Die rechtlichen Voraussetzungen sind zu prüfen!
    Die Versickerung auf versickerungsfähigen Pflasterflächen stellt einen natürlichen Prozeß dar. Nur bei einer zusätzlichen Inanspruchnahme von Kanälen oder seitlichen Versickerungsanlagen ist eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Auf der Grundlage der novellierten Landeswassergesetze und der kommunalen Abwassersatzungen muß der Grundstückseigentümer sein Regenwasser selbst entsorgen, darf also nicht an die Kanalisation anschließen Hierfür ist die Versickerung das geeignete Instrument und versickerungsfähige Pflastersysteme somit zu empfehlen. Wird die Regenwassergebühr zudem nach dem Anteil der undurchlässig befestigten Flächen bemessen, läßt sich hierdurh auch noch Geld sparen.

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